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Produktvorstellung: "MS Project" ist - trotz allem - DIE Standardsoftware im Bereich Projektmanagement. Und kostet 400 Euro. Ich behaupte: "Open Workbench" kann (fast) genausoviel wie "MS Project" - und ist kostenlos. Ehrlich!
Manchmal geht es einfach nicht mehr ohne. Spätestens, wenn mehrere Projekte gleichzeitig gemanaged werden sollen, ist die gute, alte Excel-Tabelle (z.B. der Projektplan von kubitz.net) mit dem Controlling und der Planung des Projektes überfordert. Wer dann (hoffentlich) nicht gleich auf eine umfangreiche Serverlösung zugreifen kann, wird irgendwann bei "Project" von Microsoft (die aktuelle Version heißt "Project 2003!) landen. Denn diese Software ist Standard, man kann es drehen und wenden. Wie in der Textverabeitung und bei der Tabellenkalkulation ist Microsoft top - zumindest in der Verbreitung (allerdings auch im Preis). Es könnte sich lohnen, nach einer Alternative Ausschau zu halten. Zum Beispiel A-Plan von Braintool, für 199 Euro zu bekommen; die Testversion gibt's für 30 Tage gratis. Keine schlechte Lösung.
Aber den ersten Blick sollten Projektmanager, die eine Managements-Anwendung für den Desktop suchen, auf "Open Benchmark" werfen. Den nichts ist unkomplizierter: Die Software ist kostenlos, kann jederzeit kopiert werden (Open Workbench) und ist sogar mit einem deutschen Sprachfile lokalisierbar.
Funktionsumfang
UND: Ich behaupte, dass Open Workbench alle wichtigen Funktionen beherrscht, die "MS Projekt" kann. Mit Ausnahme der vielen Schnittstellen von Microsoft. Schnappen wir uns doch mal an, was Projektmanager benötigen:
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MS Project |
Open Workbench |
| Taskplanung |
Komfortable Eingabe von Tasks mit allen Eigenschaften. |
dito. Allerdings verzichtet die Software weigehend auf automaische Vervollständigungen. |
| Ressourcenplanung |
Komfortable Eingabe von Ressourcen |
dito. Allerdings verzichtet die Software weigehend auf automaische Vervollständigungen. Es ist aber z.B. möglich "globale Ressoucen für mehrere Projekte zu definieren |
| Berichte |
Vorbereitete Berichte (z.B. Gannt-Diagramm) mit Anpassungsmöglichkeiten.. |
Die Berichte von Open Workbench ist aufgeteilt in "Planung", "Ausführung", "Kontrolle" und "Filter& Sortierung". Auch "Favoriten vorhanden. Die Berichte sind - etwas umständlich - komplett anpass- und speicherbar |
| Schnittstellen |
In allen einschlägigen MS-Programmen nutzbar. |
Ein Schwachpunkt. Der Projektmanager ist auf die Berichte angewiesen. Ein nahtloser Übergang zu MS-Software ist nicht möglich. |
| Webdarstellung |
Export für Webveröffentlichung. |
Nicht vorgesehen. Wer ein web-öffentliches Projektmanagement vorzieht ist mit einer ASP-Lösung allerdings sowieso im Vorteil. |
Sie sehen: MS Project ist mächtiger - aber nur, wenn man nicht darauf verzichten, kann die Ergebnisse der Projektarbeit auch in anderen Programmen zu verarbeiten. Wenn Sie mit Open Workbench arbeiten, müssen Sie auf Powerpoint und Outlook für die nahtlose Kommunikation verzichten. (Allerdings könen die Ergebnisse von jedem Mitarbeiter leicht eingesehen werden - denn die Software ist schließlich kostenlos und schlank.)
Zur Praxis
Ich war verblüfft, wie schnell das Programm installiert ist. Und mit wenigen Handgriffen war Open Workbench auch lokalisiert - also in deutscher Sprache verfügbar. Leider fehlt mir hier immer noch die deutschsprachige Hilfe-Funktion. Die war noch nicht zu finden.
Und das ist in der Tat für nicht englisch sprechende Anwender ein Problem. Denn die Funktionsvielfalt von Open Workbench ist so vielfältig, dass man ein Handbuch benötigt. Mit diesem ist das Programm allerdings zu bewältigen.
Der Gedanke dahinter
Wer MS Project kauft, bekommt eine scheinbare "Rundum-Glücklich-Lösung" die bei veränderten Werten für einen Tasks gleich das ganze Diagramm anpasst. Zum Beispiel. Wer das mag, wird sich darüber freuen. Ich allerdings finde dieses sehr bedenklich. Denn wenn die Software glauben macht, dass die Steuerung und das Controlling eines Projektes vom Computer übernomen werden kann, ist sie geradezu gefährlich. Denn wer nicht weiß, was eigentlich genau ein Netzplan ist (und wie man damit irgendwann auch einen roten Pfad berechnen kann), der sollte dieses auch nicht der Software überlassen. Denn es ist im Verlaufe des Projektes eine sehr, sehr schlechte Ausrede, wenn die drohende Verschiebung mit "aber laut MS Project haben wir doch noch zwei Wochen" erklärt wird.
Nein, Open Workbench erschließt sich Projekt-Neueinsteigern nicht auf den ersten Blick. Um die Software zu verwenden, ist es notwendig, die Grundbegriffe des Projektmanagements zu verstehen. Und das ist meiner Ansicht nach sogar ein Vorteil.
Weiß man aber, was ein Milestone wirklich ist, und wie ein Netzplan funktioniert - dann bietet Open Workbench alles, was man benötigt. Und zwar auch über mehrere Projekte hinweg.
Fazit
Ich empfehle, Open Workbench auf jeden Fall zu installieren und einen Blick darauf zu werfen. Wem die Software zu "unkommunikativ" zu sperrig oder die Automatisierung zu gering ist, der kann sich immer noch für A-Plan oder MS Project entscheiden. Oder er beschäftigt sich zunächst mit den Grundlagen des Projekmanagements.
Eric Kubitz |